Tango-Schuhe und Fertignudel

Ich unterbreche die Tibet-Berichterstattung mit einer wichtigen Eilmeldung. Und zwar sind meine Tango-Schuhe, die ich damals während des Tango Festivals in Seoul bei Odile bestellt habe, endlich eingetroffen. Die Verarbeitung ist echt exzellent und die Größe passt wie angegossen. Teuer wie diese sind, werde ich sie natürlich nur auf Milongas tragen und sonst weiterhin mit meinen wesentlich günstigeren Tanzschuhen „Made in China“ üben. 

Übrigens, als ich das Paket öffnete, entdeckte ich zu meiner Überraschung auch eine Packung koreanische Fertignudel als nette Beigabe. Werde die kleine Aufmerksamkeit  mal probieren, wenn mich der kleine Hunger überkommt. Ich hoffe nur, die ist nicht allzu scharf. 🙂

Sieben Tage in Tibet

Gut, genau genommen (und auch gefühlt) war ich länger weg als nur sieben Tage. Die Reise zum Dach der Welt begann bereits am 15.Mai. An jenem Frühmorgen  brachte mich ein klappriger Airbus von Type A320 der Sichuan Airline von Beijing nach Chengdu, die Provinzhauptstadt von Sichuan. Dort traf ich dann meine Reisebegleiter. Anschließend verbrachten wir über zwei Tage und Nächte im Zug nach Lhasa, nahmen dabei einen beträchtigen Umweg über halb Westchina bevor wir endlich in der Haupstadt Tibets ankamen.  Netto waren’s dann sieben volle Tage, die wir in Tibet und Umgebung verbracht haben.

Die vielen dabei gesammelten Eindrücke in einen einzigen Artikel zu packen, wird die Bedeutung dieser erlebnisreichen Abenteuer sicherlich nicht ganz gerecht. Von daher habe ich mich entschlossen, daraus eine chronologische  Artikelserie zu machen, die ich peu a peu nachliefere. Hoffentlich kriege ich alles noch auf die Reihe. Zudem warte ich noch auf wesentlich beeindruckendere (weil Spiegelreflex-) Fotos von  meinen Reisebegleitern und werde diese natürlich nachliefern sobald diese verfügbar sind.

Kick me one more time…

Anbei eine schöne Showeinlage von Cristian Lopez und Nao Tsutsumishita auf der Retro Milonga von Seoul Tango Festival 2010. Das Video zeigt übrigens gut, warum in der ersten Reihe Sitzen nicht unbedingt  immer eine gute Idee ist. 😀

Seoul Tango Festival 2010 – Performances

Endlich sind die offiziellen Videoaufnahmen der Maestros auf Grand Milonga Seoul Tango Festival 2010 verfügbar. Aus Show-Gesichtspunkten heraus betrachtet sind die Vorstellungen von Francisco und Carolina sicherlich am spektakulärsten, wie diese Interpretation von  Caceres „Tango Negro“  eindrucksvoll beweist.

Nachfolgend die Links zu den allen 9Videos.

Javier Rodriguez y Andrea Misse Part 1 | Part 2 | Part 3

Fabian Peralta y Virginia Pandolfi Part 1 | Part 2| Part 3

Francisco Forquera y Carolina Bonaventura Part 1 | Part 2| Part 3

Übrigens bin ich selbst auf fast allen Aufnahmen zu sehen. Ihr müsst mich aber suchen. 😀

And Äktschen!

In einem früheren Artikel habe ich schon mal über Tango Argentino in Beijing respektive China erzählt. Die  Community hier ist, in Vergleich zu Schwergewichten wie Südkorea, Japan oder Taiwan relativ klein und noch am Wachsen. Und das obwohl die Chinesen ein extrem tanzfreudiges Volk ist. Mittlerweile kann man in Beijing  von Modern über Flamenco bishin zu Pole-dancing alles mögliche an Tänze (und Möchte-gern Tänze) lernen. Insbesondere die Salsa-Community ist in den letzten Jahren so schnell gewachsen, dass die meisten Leute mittlerweile schon klagen, dass die Salsa-Parties immer unpersönlicher werden und es zuviele Rivalitäten zwischen verschiedenen Clubs gibt. Auch wenn viele sich wünschen würden, wird Tango in China sicherlich nicht die gleiche rasante Entwicklung machen wie Salsa. Dafür ist der Tanz zu komplex und gerade der Aufwand für Männer steht in keinem Vergleich zu einer Salsa-Ausbildung. In gewisser Weise ist das gut so. So bleibt die Community klein aber fein. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich der sichtbare Männermangel auf Milongas. Für die Milongueras von Beijing ist es ein akutes Problem. Und für mich wird dieser Zustand auch langsam lästig. Da ich mittlerweile durchaus einen gewissen „Leistungsdruck“ verspüre, wenn ich auf einer Milonga erscheine. Einfach mal rumsitzen, Rotwein schlürfen und Smalltalk machen ist nicht mehr, wenn man ständig alle Frauenblicke auf sich zieht, die lautlos „Komm, tanz mit mir!“ schreien.

Deswegen passt es gut, dass derzeit ein Dokumentationsfilm über Tango Argentino in Beijing gedreht wird.  Entsprechend werden Unterricht und Milongas seit Tagen von Drehteams des chinesischen Staatsfernsehens (CCTV) belagert. Das kann u.a.  durchaus lästig sein, wenn die nächtliche Milonga für die Aufnahmen hellbeleuchtet werden muss. Da fällt es einem schwer sich auf das Tanzen zu konzentrieren. Aber was macht man nicht, um Tango in China populärer zu machen.

Ich selbst kann dem allgemeinen Trubel erstmal für paar Tagen entfliehen. Und zwar mache ich mich ab Samstag mit paar Freunden auf  nach Tibet! Unsere Expedition führt uns über Chengdu mit Zug nach Lhasa. Und von dort werden wir weiter mit Auto in die entlegenen Gegenden reisen. Bin schon sehr gespannt auf das Abenteuer. Wer weiss schließlich, ob man das ganze in 2012 noch machen kann!  Leider bedeutet das auch, dass ich für fast zwei Wochen meine Tanzschuhe ruhen lassen muss. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass man schon Tango Argentino irgendwo in Tibet tanzen kann.

Chinese Büro Story

Neben dem allseits beliebten Thema „Geld“ gibt es für die Chinesen nichts wichtigeres als „Beziehung“. Um Verwirrungen vorzubeugen, geht es hierbei nicht etwa um Beziehungen im Sinne von Connections, die ohne Zweifel auch ein extrem wichtiger Bestandteil des chinesischen Soziallebens darstellt. Nein, mit „Beziehung“ meine ich diesmal tatsächlich die „Liebesbeziehung“, die auch deswegen so eine herausragende Rolle im Privatleben eines Chinesen einnimmt, als dass ein Durchschnittschinese, im Vergleich zu den Europäern oder Amerikanern, in seinem erwachsenen Leben weitaus weniger Beziehungen durchläuft bevor der „Ernstfall“ eintritt. Die kaum vorhandene Regelmässigkeit, mit der ein Chinese solche emotionale Achterbahnfahrt durchlebt, spiegelt sich etwa auch darin wieder, dass „eine Beziehung führen“ für einen Chinesen weniger ein Lebensabschnitt ist, sondern viel mehr vergleichbar eine Aufgabe, die sowohl strategisch als auch taktisch aktiv und mit sorgfältiger Plannung angegangen werden muss und die vorallem einen Best Practice folgt. Nicht um sonst heisst es auf chinesisch „谈恋爱“, was frei übersetzt sowas wie „Reden über die begehrende Liebe“ bedeutet. Die Betonung der verbalen Komponente in einem solchen Akt der zweisamen Begierigkeit musste ich oft genug am eigenen Leibe erfahren. Die unzähligen, „zufällig“ von Verwandten und Freunden herbeigeführten, (Blind-)Dates mit potentiellen Beziehungspartnern (相亲) zeigten auf erschreckender Weise, dass an der Einleitung einer Liebesbeziehung auf Chinesisch stets der Charakter einer verbalen Verhandlung haftet. Nichts wird dem Zufall überlassen. Oft wird am Verhandlungstisch (nicht selten unter Anwesenheit von Elternteilen oder zumindest engen Verwandten) mit harten Bandagen gekämpft. Und beide Parteien geben sich keine Ruhe, bis alle Karten auf dem Tisch liegen, wenn sie nicht schon vorab des Verhandlungstermins bereits Informationen aus Drittquellen über die Kontrahenten beschafft haben…

Bisher dachte ich, dass man am Arbeitsplatz von solchen „freundlich gemeinten“ Eingriffen in die eigene Privatsphäre verschont wird. Aber weit gefehlt. Neulich half ich einem Kollegen am Nebentisch beim Lösen eines technischen Problems an seinem Laptop. Beiläufig fragte er mich, ob ich schon iliert sei. Als ich die Frage verneinte, ist der Kollege, selbst schon Vater einer erwachsenen Tochter, plötzlich Feuer und Flamme und wollte unbedingt wissen, was für eine Art Lebenspartner ich mir denn vorstellen könnte. Nachdem ich die Frage überhaupt erst realisiert habe, meinte ich nach hinundher scherzhaft, wohl auch um das bizarre Bürogespräch schnellst zu beenden, dass die junge Kollegin, mit der er letzens am Tisch unterhalten hat, doch ganz nett sei. Diese beiläufige Aussage sollte sich noch als ein großer Fehler herausstellen. Denn heute kam der entsprechende Kollege tatsächlich lächelnd angeschlichen und brachte mir mit vorgehaltener Hand die freudige Botschaft, er habe nun mit der entsprechenden Kollegin persönlich über mein „Interesse“ ihr gegenüber gesprochen! Sie sei nun nicht abgeneigt. Und ich möge sie doch bitte jetzt zum Essen einladen, um die nächste Etappe des „Redens über die begehrende Liebe“ einzuleiten! Arrrgh!

Meine lieben chinesischen Kollegen überraschen mich doch immer wieder aufs neue mit ihrer Bereitschaft zur Eigeninitiative… 🙄

2010 Seoul Tango Festival – Some Pictures

Sorry Leute, dass es so lange gedauert hat. Aber gleich nachdem ich aus Seoul zurück war, musste ich so einige „Schiefstände“ im Projekt, das ich betreue gerade biegen. Die De-Eskalation hat mir erstmal zwei lange Nächte am Arbeitsplatz gekostet. Zum Glück ist der Ausnahmezustand jetzt erstmal vorbei und ich hab wieder etwas Zeit für „wesentliche“ Sachen 🙂

Anbei einige Fotos, die ich in Seoul geschossen habe. Wenn jemand jetzt Bilder von Tango-Tänzern erwartet, den muss ich noch etwas vertrösten. Von den Tango-Performances wurden nur offizielle Aufnahmen gemacht, die aber demnächst kostenlos in Youtube verfügbar sein werden. Ich werde diese dann natürlich verlinken und auch noch paar selbstgedrehte Videos von den Milongas auf Youtube uploaden. Deswegen sind die meisten Fotos im Slideshow eher kulinarischer Natur. 🙂

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Nachricht aus Seoul

Sitze gerade am Seoul Incheon und genieße dank des Free-WiFi Services hier am Flughafen die seltene Freiheit, uneingeschänkt auf die nach chinesischem Verständnis „subversiven“ Facebook und WordPress-Seiten zugreifen zu dürfen.

Die vergangenen vier Tagen auf Seoul Tango Festival waren einfach unglaublich. Neben dem Workshop und den Milongas stand das After-Milonga-Socializing besonders in Vordergrund. War bis zum Morgengrauen mit einigen der besten Tango-Tänzern Asiens essen und trinken, habe dabei die koreanische Küche (und Trinkbräuche) ausgiebig kennengelernt und jede Menge neue Bekanntschaften geschlossen. Ein ausführlicher Bericht inklusive Fotos folgt in kürze. Jetzt bin ich einfach nur noch erschöpft aber überglücklich und freue mich nur noch auf mein riesiges Bett in Beijing 🙂

Juhu, ich bin Millionär!

Nun ja, quantitativ stimmt die Aussage zwar, aber leider nur auf die koreanische Währung bezogen. 😛 Da ich morgen ja für paar Tage nach Seoul fliege, habe ich mich heute bei der Bank of China vorsorglich mit der südkoreanischen Landeswährung eingedeckt. Ich glaube, wenn es sowas wie ein Ranking für das Land mit den meisten (Landeswährung-)Millionären gäbe, dann wäre Südkorea wohl ziemlich weit vorne. Bei einem aktuellen Umtauschkurs Euro : Südkoreanischer Won von 1 : 1472, ist mir das Geldzählen heute auf der Bank etwas schwer gefallen. Dafür bin ich jetzt tatsächlich Won-Millionär. 😀

Bin mal gespannt, ob ich beim Einkaufen vorort meinen Taschenrechner zücken muss…

Money Money Money

Mal wieder Essen

War diese Woche wieder Pekingente essen. Ich komme einfach nicht davon los, auch wenn ich mir langsam Sorgen über meine Figur machen müsste 🙂

Anbei paar Fotos vom Essen mit paar anderen ansehenlichen Leckerleien.

Bin übrigens ab Donnerstag und über die Maifeiertage in Seoul und höchst wahrscheinlich nicht online. Melde mich spätestens am Dienstag nächster Woche wieder.

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