Archive for the ‘Shanghai’ Category

TangoBang 2nd Anniversary

Die Jubiläumsfeier bei TangoBang in Shanghai war ein voller Erfolg. Zur Feier sind etliche tangobegeisterte Freunde von TangoBang aus aller Welt angereist. Die Gastgeber haben sich zudem ein abwechselungsreiches Programm einfallen lassen. Zauberer traten auf, Salsa-Formationstänze gab es genauso wie eine feurige Flamenco-Einlage. Teilweise glich das Haus einem bizarren Jahrmarkt. 🙂 Als Highlight hatte die Gastgeberin auch noch an dem Tag Geburtstag. Die Tanzfläche war bis spät in die Nacht sowas von knallvoll. Ich hatte somit die seltene Gelegenheit zu erfahren, wie es ist, bei der Enge einer traditionellen Milonga sich zu bewegen und alle paar Sekunden die Fersen von dahergewirbelten Stöckelschuhen auszuweichen. 🙂  Gegen 3 Uhr habe ich dann leider die Tanzschuhe einpacken müssen. Hätte liebend gerne noch bis zum Morgengrauen weitergetanzt. 🙂

Anbei einige Videos von den Showeinlagen, die ich mit meinem iPhone eingefangen habe. Die Qualität lässt zum Teil leider zum Wünschen übrig. Das erste Video zeigt ein Tango-Performance der Club-Mitglieder. Auf dem zweiten sind die beiden Club-Besitzer Charles & Vivien zu sehen. Das dritte Video gibt einen Eindruck vom Ursprung vom argentinischen Tango. 😀  Die Stimmung war echt klasse und die Einlagen waren zum Teil zum Schreien komisch. Viel Spaß beim Angucken.

Die Rolltreppenwächter

In Shanghai steht derzeit alles im Zeichen der EXPO 2010 Vorbereitung. Ein wichtiges Vorbereitungsprojekt ist die (Um-)Erziehung der Bürger im Alltagsverhalten im Hinblick auf ein best mögliches Bild der Stadt den zigmillionen EXPO-Besuchern gegenüber. Z.B. läuft gerade eine Kampagne zur zivilisierten Nutzung von Rolltreppen, an denen traditionell in Shanghai alltägliches Gedränge und Verstopfung herrschen. Nun sollen hongkonger bzw. japanische Verhältnisse eingeführt werden. So kann man  an fast jeder Rolltreppe in der Shanghaier U-Bahn beobachten, wie Schüler in Uniformen (die sich natürlich freiwillig für die Aktion gemeldet haben) einen Schild hochhalten, auf welchem mit bunten Lettern steht „Links gehen, Rechts stehen, gücklich Rolltreppen fahren“ (左行右立, 快乐乘梯). So manche Rolltreppenfahrer sind erstmal irritiert, wie etwa die ältere Dame auf dem leicht unscharfem Foto, welches ich gemacht habe. Aber erstaunlich viele Leute halten sich gar daran. Vermutlich tun das die meisten Leute, weil sie noch nicht abschätzen können, ob diese spontane Aktion ein unverbindlicher Hinweis ist, oder aber eher eine offizielle Warnung, die bei nicht Einhaltung sofort paar Militärpolizisten auf den Plan rufen. Übrigens patroullieren mittlerweile tatsächlich viele von den netten Zeitgenossen zusammen mit der normalen Polizei auf Shanghaier Strassen. Bei einer Stadt, die ohnehin schon für ihre kaum vorhandene Kriminalitätsrate bekannt ist, hat die Zurschaustellung der öffentlichen Sicherheit fast schon was von Paranoia. Nun ja, nach EXPO werden wohl beides wieder relativ schnell verschwinden, die Militärpolizisten und das zivilisierte Verhalten an der Shanghaier Rolltreppen. Letztere wäre mal tatsächlich eine Verlust für die Stadt…

Tango in Shanghai

Der bekannte Tango Club „TangoBang“ (探戈帮) in Shanghai feiert am Wochenend sein zweijähriges. Natürlich sind die Mitglieder der Pekinger Tango-Community  auch eingeladen. Da trifft es sich gut, dass ich am Montag eh geschäftlich in Shanghai unterwegs bin. Also habe ich den Hinflug einfach auf morgen verlegt, um rechtzeitig zur Anniversary Milonga am Samstagabend in Shanghai zu sein. 🙂

Leider lässt sich diese glückliche Fügung nicht auf die ganze nächste Woche ausdehnen. Am 22. April kommen nämlich Hiroshi y Kyoko Yamao, die  Tango Salon Weltmeister von 2009, nach Shanghai, um einen einwöchigen Workshop abzuhalten. Hätte wahnsinnig gerne das japanische Paar persönlich kennengelernt. Aber man kann nicht alles haben. Dagegen steht es fest, dass ich am 29. April nach Südkorea zum Seoul Tango Festival 2010 fliege!  Juhu!

So langsam nimmt meine Tango-Sucht bedenkliche Form an. Man sagt ja, dass die Begeisterung für ein Hobby sich in der Regel nach drei Monaten wieder legt. Nur, die Deadline wäre eigentlich schon längst verstrichen. Drück mir die Daumen, dass ich das ganze in Griff kriege, sonst verweist noch mein Blog hier. Erste Auflösungserscheinung macht sich ja leider schon bemerkbar.  🙂

Up in the Air…

Ich mag es zu fliegen. Ich mag die hektisch-sterile Atmosphäre am Flughafen. Ich mag die sexy-monotone Ansagestimme, die Passagiere zum nächsten Boarding dirigiert. Ich mag den Anblick von Stewardessen in schicken Uniformen. Und ich mag es über den Wolken zu sein, wo die Freiheit grenzenlos ist… Allerdings gibt es auch unangenehme Seiten des Fliegens. Wie etwa das obligatorische Striptease and der Sicherheitsschleuse, das bange Warten an der Gepäckausgabe und… das Essen in der Economy Class. Nun ja, eigentlich weniger das Essen an sich, sondern mehr den Essensvorgang. Essen in Economy ist keine klassische Nahrungsaufnahme, sondern eine Kunst, bei der man akrobatisches Geschick in Mikro-Raummanagement vollbringen muss, um eine einigemassen zivilisierte Verzehrhaltung an den Tag zu legen. Und der Schwierigkeitsgrad lässt sich beliebig steigern, wenn etwa just während der Essenszeit der Kapitän das Flugzeug durch paar nette Turbolenzen steuern muss oder wenn der Sitznachbar am Fenster plötzlich den Drang verspürt, auf die Toilette gehen zu müssen, während man gerade zum Verzehr seiner gebratenen Nudeln ansetzt… Das sind dann Momente, an denen die Spreu vom Weizen getrennt wird und der wahre Economy-Food-Akrobat sein ganzes Können bei der Ausnutzung von Spielräumen in Millimeterbereich unter Beweis stellen darf. Glücklich der, wer regelmässig Yoga praktiziert.

Und natürlich ist das Finishing genauso wichtig wie der Verzehr an sich. Schließlich gibt es für Vielflieger nichts peinlicheres, als den „Aufräum-Test“ nicht zu bestehen. Es ist immer wieder ein Genugtun, das dankbare Lächeln der gestressten Stewardess zu empfangen, wenn diese zum Einsammeln der Essenstabletten vorbeikommt und das benutzte Geschirr ohne Mühe mit einem Handgriff in ihr Container schieben kann. das Zusammenspiel klappt natürlich nur dann, wenn der Economy-Class-Routinier beim Essen soviel Sorgfalt walten ließ, so dass alle Utensilien sich mehr oder weniger dort wieder befinden wie vor der Essenseinnahme. Anbei zwei Illustrationen, wie man es falsch bzw. richtig richtet.

Chihuahua-Kutsche am Bund

Also manchmal nimmt die Art wie Chinesen Haustiere hegen und pflegen schon bizarre Züge an. Als ich damals die beiden Schuhträger auf der Strasse von Beijing gesehen habe, war ich schon ziemlich baff. Aber das was ich letzte Woche in Shanghai auf dem Bund an mir vorbeiziehen sah, toppt wohl alles. Da zogen doch tatsächlich zwei Chihuahuas eine Kutsch mit den Chinesischen und EXPO2010-Flaggen durch die Gegend. In der bunten Kutsche sass eine Katze und schaut verdutzt auf die gaffenden Passanten, die nicht minder verdutzt aus der Wäsche schauen. In Deutschland wäre sowas wohl schwerverdächtig als Tierquälerei eingestuft worden, in China reicht die Parade gerade mal als nette Zirkusnummer.

Ach, habe ich eben erwähnt, dass ich auf dem Bund war? Ja, ich habe tatsächlich bei meinem Shanghai-Besuch so ziemlich alle klischeeträchtige Orte abgegrast. 🙂 Zum Bund bin ich aber extra mit der Zielsetzung gegangen, die geschichtsträchtigen Fassaden der Bauwerke zu fotografieren. Deswegen werdet Ihr auch kein zig-millionenfach bereits photografiertes Panorama von den Skylines von Pudong in den Bildern unten finden. 🙂

Partnerbörse in China – Die Fortsetzung

Nachdem ich in einem früheren Artikel über Partnerbörse in China angekündigt habe, mir das ganze mal live anschauen zu wollen, habe ich mich am Wochenende tatsächlich aufgerafft, diesen sagenumwobenen „Verkupplungspark“  persönlich zu besuchen. 😀

Und tatsächlich, ich wurde nicht enttäuscht! Es ist noch eine Spur abgefahrener als ich’s mir im Kopf hätte ausmalen können. Von Atmosphäre her tendierte das ganze höchstverdächtig Richtung Jahrmarkt.  Hab die lustigen Impressionen unten als Bilderstory verpackt.

Übrigens, angesprochen oder gar belagert wurde ich nicht, und das obwohl ich alleine rumgelaufen bin. Vielleicht machte ich nicht gerade den Eindruck, als wäre ich auf der Suche oder es hat sich einfach niemand getraut, so einen Schönling wie mich anzusprechen. 😆

Nur einmal hat sich eine ältere Dame lautstark aufgeregt, als ich gerade dabei war, ein Video vom ganzen Trubel zu drehen. Tja, was tut man nicht alles für qualitativ hochwertige journalistische Arbeit aus erster Hand…

Aber nach reiflicher Überlegung halte ich es doch für verantwortungsvoller, das Video nicht zu veröffentlichen. Zu groß ist die Gefahr, dass ein nichtsahnender Übersee-Chinese es zufällig auf Youtube findet  und darin dann seine Eltern entdeckt, wie sie gerade für ihn sein privates Glück klarmachen. Und das wollen wir doch nicht hoffen. Ich würde mich zumindest ganz schön aufregen.  😉

Falls also jemand von Euch für das Video interessiert, schreib mich an, und ich kann den Link zum Videoclip gerne privat verschicken.

Where is the guy?

Folgende Metro-Werbung habe ich auf dem Weg zur Arbeit in Shanghai aufgenommen. Es handelt sich in diesem Fall um eine Reklame für Bettdecke. Und der Werbeslogan bedeutet sinnfrei übersetzt:  „Zum Kuscheln habe ich nicht nur seine Schulter sondern auch diese Bettdecke von XXX„.

Ich weiss nicht, wie Ihr jetzt darauf reagiert. Aber ich habe, als ich davor stand, kurz gestutzt und erstmal das Bild nicht verstanden.  Dann wurde mir allerdings schlagartig klar, dass die abgebildete Person links auf dem Plakat keine Frau ist…

Ich glaube, ich muss meine Wahrnehmung, was Männlichkeit angeht, für China dringend nachjustieren. 😆

Partnerbörse auf Chinesisch

Neulich hatte ich mit einem frischverheirateten Kollegen aus Shanghai eine interessante Unterhaltung hinsichtlich Verkupplungsrituale in China. Dazu muss man wissen, dass anders als in westlichen Zivilisationen, wo die meisten privaten Beziehungen über Arbeit, Freizeit und Internet entstehen,  ist es in China immer noch gang und gäbe, dass Eheleute über Dritt-Personen, in diesem Fall oft Eltern und andere Familienmitglieder miteinander bekanntgemacht werden. Nach Aussage meines  Kollegen hat aber diese über Generationen institutionalisierte Art des Kennenlernens mittlerweile offensichtlich die nächste Stufe der Prozessoptimierung erklommen. Aufgrund der steigenden Arbeitsbelastung in den Großstädten sehen sich immer weniger chinesische Singles im Stande, überhaupt noch persönlich am Verkupplungsprozess teilzunehmen. Soll heissen, häufig finden Verkupplungen sogar in Abwesenheit der Hauptakteure statt.

So würden in einem bekannten Stadtpark von Shanghai mittlerweile regelmässig Versammlungen von Eltern von Kindern in heiratswilligem Alter stattfinden, die wie in einer Tauschbörse mit Fotos und Lebensläufe der eigenen Kinder auf die Jagd nach dem potentiellen Schwieger-Sohn bzw. der potentiellen Schwiegertochter gehen. Angeblich würde derzeit das weibliche Geschlecht ein merkbares Überangebot darstellen. Zu Erklären sei dieser Trend durch das steigende Bildung- und Karrierebewußtsein der modernen chinesischen Frau, die mittlerweile genauso viel und hart arbeitet wie ihr männliches Pendant und dadurch aber gleichzeitig höhere Anforderungen an den zukünftigen stellt. Diese gestresste Generation Karrierefrau hätte mangels Privatleben aber kaum noch Zeit für die Partnermusterung. Daher hätten verzweifelte Eltern die Initiative ergriffen. Ob das „Outsourcing“ von Partnersuche wirklich unter Einwilligung und mit Wissen des Betroffenen geschieht oder nicht, ist oft nicht wirklich klar ersichtlich. Jedenfalls riet mir der Kollege eindringlich davon ab, selbst ein Bild von dieser „Outgesourcten“ Single-Börse im besagten Park zu machen, jedenfalls nicht alleine. Er meinte, als er das letzte Mal dort war (natürlich nur mit Freunden), hätte er beobachtet wie männliche Touristen, die eigentlich nur zufällig vorbeiliefen, regelrecht von einer Meute von Eltern belagert wurden. Diese hätten lautstark Werbung für die eigenen Töchter gemacht, weil sie dachten die Männer wären auf der Suche.

Die groteske Story hat natürlich meine Neugier geweckt. Und ich überlege mir gerade ernsthaft, ob ich die Warnung meines Kollegen nicht in den Wind schlage und mir das ganze am Wochenende aus der Nähe angucken soll. Sollte ich das ganze überleben, gibt es natürlich ein Erlebnisbericht. :mrgreen:

Ahhhhh…Tony Leung! *kreisch*

Kürzlich wurde ich in aller Öffentlichkeit fälschlicherweise als der Hongkong Schauspieler Tony Leung (梁朝伟) gehalten, und das nicht zum ersten Mal seitdem ich in China bin. An sich eine schmeichelhafte Angelegenheit, würde der besagte Mimer nicht bereits stramm auf die 50 zugehen… 🙄 Langsam mache ich mir echt sorgen um mein äußeres Erscheinungsbild.

Meine Rosa Brille…

Es stimmt. Immer mehr Chinesen können sich mittlerweile ein Auto leisten…Leider auch solche, die offensichtlich keinen guten Geschmack haben. 😯