Archive for the ‘Deutschland’ Category

11 Freunde müsst Ihr sein…dann müsst Ihr auch Messi nicht fürchten!

11 Freunde müsst Ihr sein!

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And Äktschen!

In einem früheren Artikel habe ich schon mal über Tango Argentino in Beijing respektive China erzählt. Die  Community hier ist, in Vergleich zu Schwergewichten wie Südkorea, Japan oder Taiwan relativ klein und noch am Wachsen. Und das obwohl die Chinesen ein extrem tanzfreudiges Volk ist. Mittlerweile kann man in Beijing  von Modern über Flamenco bishin zu Pole-dancing alles mögliche an Tänze (und Möchte-gern Tänze) lernen. Insbesondere die Salsa-Community ist in den letzten Jahren so schnell gewachsen, dass die meisten Leute mittlerweile schon klagen, dass die Salsa-Parties immer unpersönlicher werden und es zuviele Rivalitäten zwischen verschiedenen Clubs gibt. Auch wenn viele sich wünschen würden, wird Tango in China sicherlich nicht die gleiche rasante Entwicklung machen wie Salsa. Dafür ist der Tanz zu komplex und gerade der Aufwand für Männer steht in keinem Vergleich zu einer Salsa-Ausbildung. In gewisser Weise ist das gut so. So bleibt die Community klein aber fein. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich der sichtbare Männermangel auf Milongas. Für die Milongueras von Beijing ist es ein akutes Problem. Und für mich wird dieser Zustand auch langsam lästig. Da ich mittlerweile durchaus einen gewissen „Leistungsdruck“ verspüre, wenn ich auf einer Milonga erscheine. Einfach mal rumsitzen, Rotwein schlürfen und Smalltalk machen ist nicht mehr, wenn man ständig alle Frauenblicke auf sich zieht, die lautlos „Komm, tanz mit mir!“ schreien.

Deswegen passt es gut, dass derzeit ein Dokumentationsfilm über Tango Argentino in Beijing gedreht wird.  Entsprechend werden Unterricht und Milongas seit Tagen von Drehteams des chinesischen Staatsfernsehens (CCTV) belagert. Das kann u.a.  durchaus lästig sein, wenn die nächtliche Milonga für die Aufnahmen hellbeleuchtet werden muss. Da fällt es einem schwer sich auf das Tanzen zu konzentrieren. Aber was macht man nicht, um Tango in China populärer zu machen.

Ich selbst kann dem allgemeinen Trubel erstmal für paar Tagen entfliehen. Und zwar mache ich mich ab Samstag mit paar Freunden auf  nach Tibet! Unsere Expedition führt uns über Chengdu mit Zug nach Lhasa. Und von dort werden wir weiter mit Auto in die entlegenen Gegenden reisen. Bin schon sehr gespannt auf das Abenteuer. Wer weiss schließlich, ob man das ganze in 2012 noch machen kann!  Leider bedeutet das auch, dass ich für fast zwei Wochen meine Tanzschuhe ruhen lassen muss. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass man schon Tango Argentino irgendwo in Tibet tanzen kann.

Tango in Shanghai

Der bekannte Tango Club „TangoBang“ (探戈帮) in Shanghai feiert am Wochenend sein zweijähriges. Natürlich sind die Mitglieder der Pekinger Tango-Community  auch eingeladen. Da trifft es sich gut, dass ich am Montag eh geschäftlich in Shanghai unterwegs bin. Also habe ich den Hinflug einfach auf morgen verlegt, um rechtzeitig zur Anniversary Milonga am Samstagabend in Shanghai zu sein. 🙂

Leider lässt sich diese glückliche Fügung nicht auf die ganze nächste Woche ausdehnen. Am 22. April kommen nämlich Hiroshi y Kyoko Yamao, die  Tango Salon Weltmeister von 2009, nach Shanghai, um einen einwöchigen Workshop abzuhalten. Hätte wahnsinnig gerne das japanische Paar persönlich kennengelernt. Aber man kann nicht alles haben. Dagegen steht es fest, dass ich am 29. April nach Südkorea zum Seoul Tango Festival 2010 fliege!  Juhu!

So langsam nimmt meine Tango-Sucht bedenkliche Form an. Man sagt ja, dass die Begeisterung für ein Hobby sich in der Regel nach drei Monaten wieder legt. Nur, die Deadline wäre eigentlich schon längst verstrichen. Drück mir die Daumen, dass ich das ganze in Griff kriege, sonst verweist noch mein Blog hier. Erste Auflösungserscheinung macht sich ja leider schon bemerkbar.  🙂

China-Bashing und der G-Punkt

Und es gibt ihn doch in Reinform. Schlechter Journalismus über China. Diesmal verzapft von Financial Times Deutschland.

Der Artikel hat wahrhaftig in seiner Kategorie das Prädikat „besonders wertvoll“ verdient, als dass er geschafft hat, so ziemlich jedes prominente Fauxpas der China-Berichterstattung der vergangenen zwei Jahrzehnte in einer Verdichtung zu begehen, die ich bisher nicht für möglich gehalten habe. Ein möglichst provokanter Titel flankiert mit pseudo-ominöser Bildersprache und kontextfreier Zahlenakrobatik gepaart mit Binsenweisheiten aus der China-Einmaleins-Schatulle, noch schnell die Anti-Globalisierungskeule zum moralischen Rundumschlag geschwungen und fertig ist die Gelbe-Gefahr-Panikpolemik aus der Retorte. 🙄

Zum Glück gab es heute aber auch „differenzierten Journalismus“ zum Lesen, wenn auch in einer ganz anderen Themensparte, dafür aber mit „handfestem“ Informations- und Unterhaltungsmehrwert.  😉

Über Fremdheit und Küsse aus Shanghai

Was treiben Menschen eigentlich dazu, die Strapazen eines Lebens fernab von der Heimat auf sich zu nehmen?

Wo lässt sich das Gefühl des Fremdseins noch richtig erfahren (in einem Zeitalter, in dem die Welt immer mehr zu einem Dorf zusammenschrumpft)?

Wie offenbart sich die Wahrnehmung des Fremdgängers gegenüber sein Heimat- und Gastland?

–>  ein Erklärungsversuch von The Economist

Ich konnte dem theoretischen Bezugsrahmen des Artikels so einiges abgewinnen. Auch wenn einige Behauptungen sehr provokant daher kommen, wie etwa dass die Faszination der „Foreignness“ letztlich auf Flucht vor der Verantwortung fusst (ich hätte es  gerne eher als Ausbruch aus der gesellschaftlichen Rollenzwänge verstanden). Besonders angetan hat mich die Passage über die melancholische Verklärung eines nicht mehr existierenden Heimatbildes genährt von Homesickness(!)  und dessen „incurable variant, nostalgia„. Ich glaube noch nie hat mir etwas geschriebenes so unverblümt ins Gesicht gesagt, dass ich ein heimatloser, realitätsferner Trottel bin. :mrgreen:

Und weil es so schön reinpasst wie Faust aufs Auge, habe ich auch eine Empfehlung für eine filmische Verarbeitung des Themas. „Shanghai Kiss“ (2007) erzählt von einem ABC auf der Suche nach seiner Identität in Shanghai. Göttliche Komödie mit Tiefgang. Eine Perle unter den wenigen US-Filmen über Asian-Americans. Unverständlicherweise in USA nur auf DVD erschienen. An der Frage nach der Mainstream-Tauglichkeit einer Love-Story zwischen einem Asiaten und einem weißen Mädchen wird es wohl nicht gelegen haben. *hust* *hust*

My personal Hangover in Prag…

Okay, so schlimm/verrückt wie im Film Hangover ging es bei unserem Silvester-Trip nach Prag zum Glück/leider nicht zu, auch wenn die abenteuerliche Suchfahrt nach einem „Secure Parking“, die unappetitliche Entdeckung der fremden Mageninhalte an unserer Hotelzimmertür und die nächtliche Begegnung mit der italienischen Schmuggelmafia in Wohnmobilen Ereignisse waren, die fast filmreif gewesen wären.  Berichten möchte ich aber dann doch lieber über die „positiven“ Aspekte einer Silvesterparty in der tschechischen Hauptstadt.

Zwischen den immer wiederkehrenden Bedürfnissen, die Prager Gay Sauna aufzusuchen und den coolsten DJ in ganz Prag zu finden, haben wir nämlich auch so normale Aktivitäten unternommen wie Essen, Trinken, Rauchen und Feiern. Manche mit viel Fingerspitzengefühl vermochten gar alles gleichzeitig. 😉

Das Countdown zu 2010 erlebten wir dann am Altstädter Ring im Zentrum von Prag. Dabei bekam unsere lustige Party-Truppe diese und jene,  vorzugsweise weiblich Zuläufe. Mein kleiner Platzer beim Leeren der Sektflasche machte ich übrigens sogleich wieder gut durch eine fehlerfreie Handhabung der Mondrakete. 😀

Den Tag danach nüchtern anzugehen, fielen einige dann sichtlich schwer. Stellenweise gaben uns auch die kulinarischen Exzessen insbesonderen im direkten „Vorher“ und „Nachher“ – Vergleich sehr zum Nachdenken. Um also nicht komplett als kulturblinde Partyanimals zu verkommen, haben wir uns dann noch aufgerafft, wenigstens einige der Mainstream-Tourispots von Prag aufzusuchen. Unter anderen können wir uns nun damit brüsten, bekannte Prager Sehenswürdigkeiten wie den WentzelplatzKafkas Lieblingscafé und die Karlsbrücke besucht zu haben. Auf der letzteren endeckte ich übrigens die folgende einfallsreiche Open-Air Karaokeinlage.

Nachdem unser geplanter Besuch des Judenfriedhofs von Prag durch den Schabbat verhindert wurde (eine Tatsache, die uns natürlich erst am Eingang einfiel), schlossen wir unsere Pragreise dann doch ganz versöhnlich mit der Besichtigung der Prager Burg ab, von wo aus wir mit einem Stadtpanorama verwöhnt wurden.

Adieu 2009

Liebe Blogleserinnen, Liebe Blogleser,

da s Jahr 2009 neigt sich dem Ende entgegen…hust hust.. Ich möchte hiermit meinen persönlich Abschied an 2009 schon mal vorweggreifen, auch weil ich morgen unterwegs nach München sein werde. Wer jetzt eine ähnlich sehenswerte Neujahresansprache wie neulich auf von 3Sat erwartet, dem muss ich jetzt aber leider ganz schwer enttäuschen. 😳

Für alle anderen habe ich zumindest noch wilkürlich schnell 12 Bilder rausgesucht, die 2009 geschafft haben, mir ein Lächeln oder mehr zu entlocken. Eine Art „unvollständige Revue“, zu mehr hat 2009 leider nicht mehr genug Zeit. 🙂

Ein tolles Silvester Euch allen!