Up in the Air…


Ich mag es zu fliegen. Ich mag die hektisch-sterile Atmosphäre am Flughafen. Ich mag die sexy-monotone Ansagestimme, die Passagiere zum nächsten Boarding dirigiert. Ich mag den Anblick von Stewardessen in schicken Uniformen. Und ich mag es über den Wolken zu sein, wo die Freiheit grenzenlos ist… Allerdings gibt es auch unangenehme Seiten des Fliegens. Wie etwa das obligatorische Striptease and der Sicherheitsschleuse, das bange Warten an der Gepäckausgabe und… das Essen in der Economy Class. Nun ja, eigentlich weniger das Essen an sich, sondern mehr den Essensvorgang. Essen in Economy ist keine klassische Nahrungsaufnahme, sondern eine Kunst, bei der man akrobatisches Geschick in Mikro-Raummanagement vollbringen muss, um eine einigemassen zivilisierte Verzehrhaltung an den Tag zu legen. Und der Schwierigkeitsgrad lässt sich beliebig steigern, wenn etwa just während der Essenszeit der Kapitän das Flugzeug durch paar nette Turbolenzen steuern muss oder wenn der Sitznachbar am Fenster plötzlich den Drang verspürt, auf die Toilette gehen zu müssen, während man gerade zum Verzehr seiner gebratenen Nudeln ansetzt… Das sind dann Momente, an denen die Spreu vom Weizen getrennt wird und der wahre Economy-Food-Akrobat sein ganzes Können bei der Ausnutzung von Spielräumen in Millimeterbereich unter Beweis stellen darf. Glücklich der, wer regelmässig Yoga praktiziert.

Und natürlich ist das Finishing genauso wichtig wie der Verzehr an sich. Schließlich gibt es für Vielflieger nichts peinlicheres, als den „Aufräum-Test“ nicht zu bestehen. Es ist immer wieder ein Genugtun, das dankbare Lächeln der gestressten Stewardess zu empfangen, wenn diese zum Einsammeln der Essenstabletten vorbeikommt und das benutzte Geschirr ohne Mühe mit einem Handgriff in ihr Container schieben kann. das Zusammenspiel klappt natürlich nur dann, wenn der Economy-Class-Routinier beim Essen soviel Sorgfalt walten ließ, so dass alle Utensilien sich mehr oder weniger dort wieder befinden wie vor der Essenseinnahme. Anbei zwei Illustrationen, wie man es falsch bzw. richtig richtet.

5 responses to this post.

  1. Posted by MM on März 2, 2010 at 22:30

    ~~~ Über den Wolken
    Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
    Alle Ängste, alle Sorgen
    Sagt man
    Blieben darunter verborgen
    Und dann
    Würde was uns groß und wichtig erscheint
    Plötzlich nichtig und klein ~~~

    🙂 Hab noch nie so einen interessanten Artikel über Essenverhalten/-Regel im Flugzeug gelesen. Da hat wohl jemand echt Gedanken gemacht und auf jede Kleinigkeit geachtet. Respekt! Aber bekommt man eigentlich zwi. Shanghai und Beijing auch Essen? Man fliegt doch nur 2-3 Std oder?

    Ich muss leider zugeben, ich war fast immer die jenige, die Essenstablette so wie in IMG_0380 aufgeräumt habe… werde in Zukunft nicht mehr! Hab wieder was gelernt … 😳

    Antworten

    • Posted by Xiaoi on März 4, 2010 at 01:30

      Flug Beijing – Shanghai dauert 2 Stunden. Es gibt einmal Essen, zumindest wenn man Mittags fliegt.

      Übrigens kostet der Flug genauso (wenig) wie die Zugfahrt…Und es gibt am Flughafen extra für die Verbindung Beijng – Shanghai Express-Check-ins. Alles in allem ist man mit 5 Stunden von Tür zu Tür.

      Aber demnächst soll der High-Speed Zug Beijing – Shanghai rollen. Dann wird es für die Airlines wirklich hart trotz Express-Check-in. Denn dann dauert nämlich die Zugfahrt Beijing – Shanghai auch nur noch 6 Stunden…

      Antworten

      • Posted by MM on März 4, 2010 at 05:33

        Nur 6 Stunden (!) Zugfahrt Beijing – Shanghai, das wäre richtig richtig cool. Möchte gerne mal den High-Speed Zug erleben, obwohl ich auch sehr über-den-Wolken-zu-sein mag. 😉

        Durch High-Tech ist diese Welt heute wirklich kleiner geworden, nicht wahr?

  2. Posted by Xiaoi on März 4, 2010 at 12:15

    Naja bezüglich Dauer gibt es auch verwirrend unterschiedliche Aussagen. Mal heisst es 5 Stunden, mal sogar 4 Stunden. Unter Berücksichtigung der Reibungsverluste bei China Railway, würde ich sagen, dass eine vorsichtige Einschätzung von 6 Stunden eher realistisch ist.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Beijing-Shanghai_High-Speed_Railway

    Da wird übrigens von 4 Stunden gesprochen. Aber offensichtlich wurde der Text von jemand geschrieben, der von japanischer Effizienz ausgeht.. 🙂

    Antworten

  3. Posted by MM on März 4, 2010 at 17:40

    „Faster, Higher, Stronger“ – eigentlich als Motto von olympischen Spielen, aber das ist fast das Ziel für China’s Wirtschaft, Know-How, Infrastruktur geworden… Who knows, was noch zu uns kommt, mit China-Speed. Die japanische Effizienz ist zwar noch nicht angekommen, aber ganz weit ist es auch nicht mehr. Ich finde’s so spannend, in einem Land wie China, in einer Stadt wie Beijing zu leben/zu erleben …

    Antworten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: