Auch noch zu haben…


Eigentlich müsste ich jetzt dringend meine Präsentation für Mittwoch den letzten Schliff verpassen. Aber die Erlebnisse waren heute wieder mal so unwirklich, dass ich zumindest das eine und andere dringend hier loswerden muss. 😀

Am ersten Tag der Tagung musste ich heute bereits um 6:00 aufstehen. Im Nachhinein aber perfekt für eine Nachteule wie mich, die sich dank Jet-Lag sich um diese Zeit putzmunter fühlte. Zweiter schöner Nebeneffekt: zu der unchristlichen Zeit ist auch in der Metro von der frühmorgentlichen Rushhour in Beijing noch nichts zu merken. So kam ich auch recht pünktlich am Tagungsort an.

Die Keynote-Sessions wurden mit einem Drumshow mit  leichtbekleideten Mädels in weiss eröffnet. Wobei ich ehrlich (rein technisch) jede japanische Daiko-Performance vorgezogen hätte. Umso unterhaltsamer war dann das gemeinsame Mittagsbuffet  im riesigen Bankett-Saal. Die Tatsache, dass ich mich zufällig zu einem Tisch der taiwanesischen Delegation gesetzt habe, bescherrte mir einige der lustigsten Bekanntschaften des Tages. Die Taiwanesen waren anfangs leicht irritiert, als ich meinte, dass ich von der deutschen Delegation bin und hier einen Vortrag auf Englisch halte. Danach driftete die Unterhaltung natürlich gleich ins Private und ich musste notgedrungen mit meinem speziellen Werdegang rausrücken. Das taiwanesische Field ist offensichtlich mit einer großen Mannschaft angereist. So lernte ich daraufhin wie am Fließband neue Taiwanesen kennen nach dem Schema-F, „Visitenkarte tauschen – Werdegang erzählen – Staunen Ernten – Sich für Komplimente bedanken“. Als ich dann auch noch beiläufig antworten musste, dass ich noch ledig bin, wurden mir dann vor allem die Damen in der Runde von ihren männlichen Kollegen mit „besonderer Sorgfalt“  zugeschanzt..ehm..vorgestellt. Dabei fielen Bemerkungen wie : „Das ist die Frau X, sie ist übrigens auch noch zu haben..“, „…und hier haben wir Frau Y, sie sucht noch einen Mann ….“. Ich kam mir fast vor wie bei einem arrangierten Datingevent. 😀

Die Ausbeute am Ende vom Lunch war dann ein ansehenlicher Stapel Visitenkarten und die informelle Einladung, doch mal bald wieder nach Taiwan zu kommen. Und speziell seitens der Männer am Tisch wurde mir (hinter vorgehaltener Hand natürlich) das Angebot gemacht, man würde mir dann die taiwanesische Frauenwelt zeigen, diese seien ja sowieso um Welten besser als die Frauen in Peking… Aha! Ich wusste bis dato gar nicht, dass die chinesisch-taiwanesische Rivalität auch noch diesen Aspekt beinhaltet.

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