Archive for Dezember 2009

Adieu 2009

Liebe Blogleserinnen, Liebe Blogleser,

da s Jahr 2009 neigt sich dem Ende entgegen…hust hust.. Ich möchte hiermit meinen persönlich Abschied an 2009 schon mal vorweggreifen, auch weil ich morgen unterwegs nach München sein werde. Wer jetzt eine ähnlich sehenswerte Neujahresansprache wie neulich auf von 3Sat erwartet, dem muss ich jetzt aber leider ganz schwer enttäuschen. 😳

Für alle anderen habe ich zumindest noch wilkürlich schnell 12 Bilder rausgesucht, die 2009 geschafft haben, mir ein Lächeln oder mehr zu entlocken. Eine Art „unvollständige Revue“, zu mehr hat 2009 leider nicht mehr genug Zeit. 🙂

Ein tolles Silvester Euch allen!

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Kochkurs – Die Finale

Gestern fand meine Kochkurs-Trilogie ein würdiges Ende. Als Highlight des Abends haben wir uns an die Zubereitung von Fisch (Pangasius) gewagt. Das Ergebnis war sowohl optisch also auch geschmacklich vorzüglich, womit ich mich wiedermal dringend selber beweihrauchen muss. :mrgreen:

Schade dass der Kurs nun zu Ende ist. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht mit den genialen Leuten. Jetzt kann ich mit ruhigem Gewissen nach China gehen und die Chinesen dort mit europäischer Küche beeindrucken. 😀

Anbei wieder einige Bilder. Auf eindringlichem Wunsch diesmal auch mit paar Aufnahmen von der kulinarischen Zubereitung. 😉

SAP-Denglisch

Ein Klassiker von Denglisch à la SAP…leider mit viel Wahrheit dahinter. Letztens wieder angeschaut und halbtot gelacht. 🙂

Bist Du fit genug für China?

Es ist schon sehr seltsam, was für einen Aufwand die Chinesen betreiben, um zu verhindern, dass bestimmte Zielgruppen ihr Land betreten. Teil des Antrags für meinen Work Permit ist ein medizinischer Check, der es wirklich in sich hat. Neben einem zweiseitigen Formular, das klangvolle Namen von Seuchen wie Epidemic Cerebrospinal Meningitis  und Puerperal Streptococcus Infection sowie „alltägliche“ Erkrankungen wie Mental Confusion und Manic Psychosis  auflistet, muss der arbeitswillige Expat auch noch ein EKG-Diagramm, eine Röntgen-Aufnahme von seiner Brust (siehe Bild) sowie einen umfangreichen Blut-Test einreichen. Die Botschaft ist dabei ziemlich eindeutig:  wenn man nicht Ironman-Anwärter oder potentieller Leistungssportler ist, braucht man sich gar nicht erst die Mühe machen. Fehlt nur noch, dass man sich vorab noch sterilisieren lassen muss. :mrgreen:

Das Zauberwort, um all diese bürokratischen Hürden den deutschen Ärzten verständlich zu machen, heisst übrigens „G35“. Eine Art arbeitstechnisches Gesundheitszeugnis, für das ich auch noch extra mehrmals nach Karlsruhe fahren musste, weil sowas natürlich in Mannheim nicht gemacht werden kann…

Und natürlich werden all die Dokumente auch in Original zur Vorlage in China benötigt (ich hoffe sie haben mein Diplomzeugnis noch). Es hat eine Weile gedauert, bis die Poststelle in der Firma einen entsprechenden passenden Umschlag für die überdimensionierte Röntgen-Aufnahme gefunden hat. Und selbst dann musste ich die schöne Aufnahme noch mit Schere zurechtstutzen…

Nun ja, riesen Aufwand aber zumindest weiss ich jetzt, dass ich das Prädikat „Excellent Health“ verdiene und dass meine Genen zu den besten 5% der Menschheit gehören. 🙂

Und das beste kommt zum Schluss:  Den gleichen medizinischen Check muss ich nochmal in China über mich ergehen lassen… da kommt doch Freude auf. 🙄

Kochkurs Part Deux

Mesdames et Messieurs… La recommandation d’aujourd’hui:

Abschiedsessen mit Freunden

Anlässlich meines Abschieds von Mannheim war ich gestern mit einigen guten Freunden essen und trinken und bissl in den Nikolaustag hineinfeiern.

Lars, schade dass Du nicht kommen konntest. Aber wenn Du das hier sieht, weisst Du ja, was Du verpasst hast 😀

Eine schrecklich nette Telco

Eine typische Telefonkonferenz, wie er in ähnlicher Konstellation zu Hunderten  in unserer Firma geführt wird. Am Telefon: der amerikanische VP (nennen wir ihn mal Bob) in Palo Alto, ein indischer Kollege aus dem Testcenter in Bangalore, eine junge Entwicklerin aus Shanghai und ein japanischer Projektmanager, der irgendwo in Tokio am Telefon hing, schließlich der deutsche Entwicklungsleiter und meine Wenigkeit.

Folien wurden aufgelegt, KPIs durchgegangen und schließlich wurde der Testplan für die Software gezeigt. Was schnell auffiel, es war ein Plan mit vielen roten Ampeln…

VP Bob schrieh, nein, brüllte mit feinstem West Coast Akzent in den Hörer. Redete von Gott und die Welt und dass es wohl nicht wahr sein durfte, dass der Testplan für die Software zwei Wochen vor Go-to-Market so rot aussah wie die Flagge von China.

Man hörte nur stotterndes „Dauer-Yes-Yes“ aus Indien, Shanghai kam nicht über ein „Okay…“ hinaus und aus Tokio vernahm man außer ein leichtes Stöhnen in Sekundentakt nur den eisernen Mantel des Schweigens. Allein der deutsche Entwicklungsleiter gab sich mit seinem Schwaben-Englisch zum Besten und versuchte die Situation runterzuspielen, bewirkte jedoch genau das Gegenteil.

Denn  Bob war in seinem Element. Man konnte förmlich spüren, er weidet sich an der allgemeinen Ratlosigkeit. Vielleicht ärgerte es ihm auch nur, dass die Kollegen in Asien bald Feierabend machen konnten, während er sich nachts für die Telco aus dem Bett hatte zwingen müssen.

Bob, may I interrupt you for a second? I think you got it wrong.“ I nutzte den kurzen Augeblick, den Bob brauchte, um für seine nächste Anschuldigungswelle Luft zu holen, und platzte dreist in seinen Monolog. Mut zur Lücke eben… Ich füllte mich irgendwie in der Pflicht, meine Kollegen vor den verbalen Entgleisungen Bobs zu schützen.

Fast eine Minute Stille in der Leitung. Man konnte nur ahnen, was sich an anderen Enden der Leitungen gerade für Szenen abspielten. Der indische Kollege hat wohl schon angefangen, für meine sterbliche Überreste in Nirvana zu beten. Die Chinesin faltete womöglich breits Papiergeld für meinen Aufenthalt in Jenseits. Und unser Japaner aus Tokio rieb sich wahrscheinlich unglaublich die Augen hinsichtlich meines Kamikaze-Vorstoßes.

Ein mürrisches „Who is speaking?“ aus der Leitung, was daraufhin deutet, dass Bob nicht unbedingt begeistert war, von einer fremden Stimme unterbrochen zu werden.

Hi Bob, XXX  here from Product Management.“ Tatsächlich nahm ich zum ersten Mal an dem wöchentlichen Meeting teil. Ich fuhr unberirrt fort mit der Erklärung, dass eigentlich alle Anwesenden schon die ganze Zeit versucht hatten, Bob klarzumachen, dass er die Information aus dem Testplan völlig falsch interpretierte. Nur hatte sich keiner so richtig getraut, es ihm wirklich offen zu sagen (Die letzte Bemerkung habe ich mir allerdings dann doch verkniffen).

Plötzlich ein lockeres, ja fast süffisantes „Well okay, then it’s not that bad after all!“ aus Palo Alto.

Große Erleichterung in der Runde und auch in Asien. Ende der Story. 🙄

Lessons Learned:

Nur weil wir alle Englisch reden, heisst es noch lange nicht, dass wir uns verstehen.

Nur weil wir uns nicht verstehen, heisst es noch lange nicht, dass der Chef immer recht haben muss.

Nur weil viele Asiaten dazu neigen, der Wahrung der Hierarchie mehr Bedeutung beizumessen als kritischer Auseinandersetzung mit Vorgesetzten, heisst es noch lange nicht, dass alle Asiaten so sein müssen. 😈

Nachtrag: Vielleicht hatte ich aber auch nur Glück,  für eine deutsche Firma arbeiten zu dürfen. Siehe Artikel 😀