Archive for November 2009

Aufräumen

Habe heute meine Wohnung einwenig auf den Kopf gestellt. Wollte schauen, was ich alles mit nach Beijing mitnehmen muss. Da ich ein möbliertes Serviced Appartment in Beijing mieten werde, fällt schon mal der Transport von Möbeln weg (nicht dass ich nennenswert welche hätte).

Beim Durchstöbern meiner originalverpackten Umzugskartons (ja, die sind noch vom letzten Umzug vor 5 Jahren) fand ich zu meiner Überraschung massenhaft Unterlagen und Mitschriften von meinem Studium wieder. Der Anblick der Dokumente war bewegend und ernüchternd zugleich. Bewegend, weil ich so mein Studentenleben nochmal Revue passieren konnte, ernüchternd weil ich feststellen musste, wieviel Wissen, die ich mir damals angeeigent habe, mittlerweile in Nirvana entfleucht sind.

Jetzt habe ich alle schriftliche Dokumentation meines Studenlebens zum Altpapier-Container gebracht. Somit ist nun auch alles weg… Nun ja, bis auf das wichtigste: die Erinnerungen an jene schöne Zeit.

Übrigens war es auch sehr interessant meinen allerersten Liebesbrief wiederzulesen und meine Einbürgerungsurkunde zu finden… Zeit vergeht echt schnell. Ich sollte öfters umziehen.

Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen und das nächste Ziel anzugehen…

Überholen gewusst wie

Ein Klassiker für kostengünstiges Überholen auf der Autobahn. Das mit Blaulicht muss ich noch ausprobieren…zum Spaß natürlich 😉

Über Frauen und „Möpse“

Die meisten Frauen, die mir bisher im Leben begegnet sind, lieben Hunde.  Jedoch mag offensichtlich nicht jede Frau jeden dahergelaufenen Vierbeiner. Die Vorlieben für bestimmte Hunderrasse unterscheiden sich mitunter doch sehr. Während manche total auf flinke deutsche Spitz abfahren, würden andere lieber einen wolligen Pudel mit nach Hause nehmen.

Meine Kusine ist da keine Ausnahme, sondern reiht sich auch brav in die Riege der Hundeliebhaberinnen. Das Kuscheltier, bei dem ihr Fürsorgeinstinkt auf Anschlag geht, ist ausgerechnet ein Mops, jene übergewichtige Hunderasse, der (meiner bescheidenen Meinung nach) eine Midlife-Crisis samt Bauchansatz im wahrsten Sinne des Worts ins Gesicht gemeißelt zu sein scheint. Doch scheinbar sind gerade diese wässrigen Blicke, die sich mit Mühe aus der faltigen Sofagesicht rausquetschen, genau das, was Frauen schwach machen. Meine Kusine ist denen jedenfalls hoffnungslos verfallen. Und würde sie jetzt nicht ihr Workaholic-Dasein bis zur masochistischen Perfektion zelebrieren, dann hätte sie wohl längst eine Mops-Farm gegründet. So bleibt es dann doch nun vorerst  bei der kleinen Freude über mein Geburtstagsgeschenk: Eine rosa-rote Mops Attrappe, die bei der Anschaffung, obwohl nicht ganz lebendig, doch tiefe Löcher in mein Portmonnais gerissen hatte. Andererseits erblickte ich im Laden dieses rosa-farbenes Etwas und wusste sofort, das ist das perfekte Geburtstagspräsent. Für die Zeitersparnis stürzte ich mich daher gerne in Unkosten. Und naja, was tut man nicht als Einzelkind alles für eine Verwandte, die sowas wie eine echte Schwester am nähsten kommt…

Meine liebe Kusine, ich wünsche Dir viel Spaß mit dem rosa Staubfänger. Und natürlich hoffe ich, dass Du irgendwann wieder mehr Freizeit bekommst, um für ein lebendes Exemplar zu sorgen. Aber dann bitte nicht rosa anstreichen. 🙂

Allen, die zum Lesen dieses Beitrags animiert wurden, weil sie die Überschrift falsch interpretiert haben, bitte ich hiermit noch vielmals um Verzeihung. 🙂

(500) Days of Summer

Am Wochenende habe ich mich mal wieder ins Kino verirrt, und zwar in den Streifen, dessen Plakat ihr rechts seht.   Es gibt Menschen, die sich zur Entspannung mit Specialeffekten überladene Actionstreifen reinziehen, bei mir sind es bevorzugt seichte Liebeskomödien, bei denen man nur eine geringe Menge an analytische Gehirnzellen zur Verarbeitung aktivieren muss. Man muss sich zwar recht oft zwingen, über den unrealistischen Plot hinwegzusehen, aber die inhaltliche Unzulänglichkeit wird meistens durch die ungezwungene Leichtigkeit wieder wettgemacht.

Allerdings passt (500) Days of Summer in keiner Weise  in das obige Schema. Ohne aufdringlich zu sein, ist er eher ein tiefgründiger und melancholischer Film zum Schmunzeln à la „Lost in Translation“, welcher einem mehr als nur ein versöhnliches Lächeln beim Verlassen des Kinosaals auf das Gesicht gezaubert. Zu empfehlen, wenn auch sicherlich nicht um gedanklich abzuschalten.

Ehrenoscar für Lauren Bacall

Lauren BacallMeine all-time Lieblingsschauspielerin Lauren Bacall wurde gestern mit dem Ehrenoscar für ihr Lebenswerk gewürdigt. Eine Anerkennung, die meiner Meinung nach längst überfällig war. Unvergessen ihr Debüt als 19-jährige in der Ernest Hemmingway Verfilmung  To Have and Have Not aus dem Jahr 1944, mit der sie ihren späteren Ehemann Humphrey Bogart an den Wand spielte. Diese wurde dann nur noch getoppt von ihrer Darstellung des mysteriösen Millionärstochters Vivian Sternwood Rutledge im Film-Noir Klassiker The Big Sleep (1946); bis heute mein Lieblingsfilm.

Meine Begeisterung für Lauren Bacall entsprang bereits sehr früh meinem Faible für Hollywood Film Noir der 40er bis 50er Jahre.  Anders als die meisten Hollywood-Mimerinnen ihrer Zeit, punktete sie nicht allein durch ihr Aussehen, sondern vor allem auch durch ihre schauspielerische Begabung, mit minimalistischem Einsatz das Maxium an Aussagekraft aus der Rolle zu holen. Ich freue mich sehr für Lauren Bacall, dass sie nun endlich für ihre filmerische Leistung geehrt wurde.  Sie hatte maßgeblichen Anteil daran, den selbstbewußten, starken Frauentyp in den amerkanischen Film  zu etablieren und nachhaltig zu beeinflussen.

Architekt der Globalisierung

Heute lass ich ein sehr interessantes Interview auf SPON.  Es geht um den jungen deutschen Stararchitekt Ole Scheeren, der in Beijing lebt und im Westen umstritten ist, weil er die Zentrale des chinesischen Staatsfernsehens CCTV entworfen hatte. Von „Hofbaumeister der Dikatoren“  ist u.a. die Rede.

Ich persönlich finde die Arbeiten von Ole Scheeren echt zukunftsweisend. Und ich glaube schon, dass er bei seinen Projekten vorrangig seine eigenen Visionen verfolgt und nicht nur die des Bauherren. Und was mir an Scheeren so gefällt ist seine pragmatische kosmopolitische Haltung. Er denkt nicht in nationalen Grenzen, sondern fühlt sich wohl in einer größeren Weltordnung, in der er seine eigenen kreativen Freiheiten ausleben kann.

Spiegel Online – Stararchitekt Ole Scheeren – Herr der Türme

Meine Karte von Beijing

Ich habe mir zur Vorbereitung meines China-Aufenthalts mit Google Map eine persönliche Karte mit den wichtigsten „Hotspots“ in Beijing erstellt. Ursprünglich wollte ich mir damit lediglich ein Bild machen, wo ich am besten wohnen sollte. Aber da man so eine eigene Google Map auch schön ins Netz stellen kann, möchte ich Euch diese natürlich nicht vorenthalten. Auf der Karte sind u.a. mein Arbeitsplatz (Firmenlogo), potentielle Appartments (Lila Luftballons), interessante Clubs (gelbe Stecknadel) und natürlich Salsa (rosa Stecknadel) und Tango Argentino (grüne Stecknadel) Bars und Schulen zu sehen. Wie man unschwer erkennen kann, konzentrieren sich doch die meisten „lebensnotwendigen“ Locations sehr schön an einem Fleck in Beijing.  🙂

Die Karte ist noch „work in progress“ und ich werde sie auf jedenfall im Laufe der Zeit noch mit mehr Locations füllen.

My personal „Bügeln-Dance“

Jeder arbeitender Mitmensch kennt die persönlichen Rituale am Wochenende. Wochenende ist leider nicht nur immer willkommene Flucht vom Alltag, Spaß haben und sich erholen vom Stress der Woche.  Am Wochenende müssen leider auch Routinenarbeiten erledigkeit werden, die man unter der Woche erfolgreich verdrängt hat bzw. wegen dem Arbeitsstress verdrängen musste.  Zu einer dieser monotonen Pflichtübungen gehört auch das Bügeln von Hemden.

Ich musste natürlich diese an sich langweilige Tätigkeit auch diesem Wochenende wieder verrichten, u.a. weil mein Verbrauch von Hemden bedingt durch den Kundenworkshop letzter Woche auch exponentiell gestiegen war. Dabei habe ich aber entdeckt, dass mit guter Musik und zusätzlichen Körpereinsatz Bügeln doch auch Spaß machen kann. Zwar leidet dabei die Effizienz einwenig drunter, aber der Spaßfaktor ist sicherlich nicht zu verachten. Anbei ein selbstgedrehtes Video als Anschauungsmaterial…ach ja bitte mit Ton angucken. 😉

Aber natürlich habe ich am Wochenende nicht nur mein Bügeln-Dance perfektioniert, sondern war u.a. beim Musical „Die Hexen von OZ“ in Stuttgart und auf dem Geburtstagsfeier meiner Kusine. Fotos folgen natürlich später…

Good Morning Asia-Pacific!

Ich bin heute tatsächlich  um 5 Uhr aufgestanden und in aller spätherbstlicher Dunkelheit ins Büro gefahren. Zu dieser unchristlichen Zeit findet heute nämlich bereits ein Team-Meeting für Kollegen aus Asia-Pacific statt. Und ich, obwohl noch nicht physisch in Beijing, bin eingeladen worden, daran teilzunehmen.

Nun ja, wenn man’s positiv nimmt, eine gute Gelegenheit, meine innere Uhr schon mal auf die Beijinger Zeitzone zu eichen. Immerhin 7 Stunden Unterschied..

Oh Mann werden meine Kollegen Augen machen, die später kommen…sonst bin ich ja immer der letzte, der kommt 🙂

Peking! (北京)!

Peking Enten

Es ist Zeit eine Bekanntmachung zu machen…

Meine Firma schickt mich nach China! Ab Januar nächsten Jahres werde ich von Peking aus arbeiten. Ich bin schon sehr gespannt, wie ich im Alltag zurecht komme. So einen langen Aufenthalt vor Ort habe ich noch nie gehabt, seitdem ich China mit 11 Jahren verließ. Und jetzt ausgerechnet in Peking ! Im politischen und kulturellen Zentrum Chinas. Ich freue mich auf die beruflichen und privaten Herausforderungen, die auf mich warten. Wie werde ich meine ehemaligen Landsleute wahrnehmen als Wanderer zwischen zwei Kulturen? Ich habe auf jedenfall vor, weiterhin über meine Erlebnisse in Peking zu bloggen. Leider ist WordPress aber in China dauerhaft gesperrt. So werde ich wohl einige technische Hürde überwinden müssen. Mal sehen.

Für mich beginnt somit quasi einen neuen Lebensabschnitt nach über 20 Jahre Deutschland. Peking wird aber mit Sicherheit nicht meine letzte Station in Asien sein. Mal sehen wo mich das Schicksal noch hintreibt.  😉

宣布这消息的时间到了…

我的公司将派我去中国! 从明年一月份开始, 我将开始在北京工作. 真的很兴奋. 不知道在那里会怎么样过日子.从我十一岁离开中国以后,从来没有这样长期在国内住过. 更没想到是北京. 中国的政治和文化中心. 我期待着那些工作上和私人生活方面的挑战. 作为一位吸收了两种不同文化的我,将会用那种眼光来看我的同胞呢? 我准备继续写博客关于我在北京的经历.可惜Wordpress在中国被长期封掉了. 看来我还得开辟新路. 到了时候再说吧.

对我来说, 在德国过了二十年后,这次等于是打开新生活的第一叶. 但北京肯定不是我在亚洲最后落脚地点.不知道命运还会把我飘到哪处. 😉