Archive for Oktober 2009

Episode aus meinem Tangokurs

Tango MannGestern bin ich wieder mal brav zu meinem wöchentlichen Tango-Argentino-Kurs für Anfänger getigert. Auch wenn es bereits die dritte Unterrichtseinheit ist, fühlen wir uns (Männer) noch wie Babies, denen das richtige Gehen noch beigebracht werden müssen.  Das Tango-Gehen, um genau zu sein, ist eine Art der Fortbewegung, die in der Tierwelt üblicherweise von Pfauen und Gänsen praktiziert wird. Auf Kommando Kopf aufrecht nach vorn, Wirbelsäule gerade ziehen als wäre man eine Marionette, Brustkorb raus, Becken leicht nach vorne kippen und nach unten sacken lassen, als hätte man einen Bleigürtel um die Hüfte umgeschnallt bekommen, Fußsohle geschlossen, Fussspitze leicht geöffnet, Beine ja nicht durchgestreckt sondern leicht in Knie gehen und gefühlvoll auf Fussspitze balancieren, ohne dass die Fussballen abheben. So müsste man sich wohl in etwa stolze Argentinier vorstellen, die bei Milongas ihre geballte Männlichkeit auf die Damen loslassen. Ich selber habe selten soviele neue Muskelpartien in meinen Füssen entdeckt, wie seitdem ich angefangen habe, Tango zu tanzen.

Bislang hatten wir leider nur gelernt, wie man ziemlich stupide als Paar im Kreis seine Runde auf der Tatfläche dreht. Die Unterrichtsheit von gestern war in sofern (in wahrsten Sinne des Wortes) „wegweisend“, als dass wir endlich die zweite Dimension in der Welt des Tangos entdeckt haben und zwar in Form des Seitschritts. Endlich nicht mehr nur lemmingenhaftes Vorwärtsgehen im Kreis, was desöftern in nervigem Stop-and-Go endete, weil irgendein Paar gerade eine Verschnaufpause einlegte. Nun kann der schlaue Tangotänzer mit einem saloppen Seitschritt solche Hindernisse (egal ob lebendige oder zum Rauminventar gehörend) auf der Tanzfläche einfach elegant umschiffen!

Beim Einüben desselbigen kam es allerdings zum Eklat. Meine Tanzpartnerin geriet nämlich mit der Tangolehrerin in eine hitzige Grundsatzdiskussion darüber, wie der Mann eigentlich das Signal zum Seitschritt zu geben hat. An dieser Stelle muss man wissen, dass meine Tanzpartnerin offenbar bereits in ihrem früheren Leben sporadische Tango-Erfahrung in Ausland genossen hatte (die, wie sie mit Stolz betont, ihr sogar von original-argentinischen Tänzern instruiert wurde).  Mit soviel Vorkenntnissen belastet, konnte sie sich daher überhaupt nicht mit dem Konzept der Lehrerin anfreunden, dass der Mann den Seitschritt durch leichtes Ziehen mit dem linken Führungsarm einleiten zu leiten hat. Stattdessen propagierte sie die Variante, dass der Mann dies allein durch seine gekonnte Atemtechnik (die bei mir leider abundan noch aussetzt) und seinen massiven Oberkörper (den habe ich!) der Partnerin zu mitteilen in der Lage sein sollte. Schließlich sei bei einer überfüllten  Milonga eh meistens nicht möglich, den Führungsarm so weit weg vom Körper zu halten, um effektiv zu ziehen, so ihre Argumentation.

Nun ja, die Lehrerin war zwar geduldig, aber dann offensichtlich doch etwas angefressen von der Tatsache, dass ihre Anweisung von einer vorlauten Schülerin im Anfängerkurs in Frage gestellt wurde. Dies führte dann auch dazu, dass die Diskussion etwas in die Länge gezogen wurde als mir lieb war.  Ich als stiller Zuhörer der „weltbewegenden“ Debatte, habe das ganze natürlich geduldig und amüsiert verfolgt. Auch wenn die Tatsache, dass ich während der Auseinandersetzung nur rumstehen konnte anstatt zu üben, natürlich suboptimal war. 🙂

Ansonsten bin ich eigentlich ganz froh, eine Tanzpartnerin erwischt zu haben, die bereits Erfahrung mitbringt. So bekommt man auch sofort Feedback, wenn man als männliche Begleitung führungstechnisch was falsch macht.  Aber manchmal übertreibt sie dann doch etwas und versucht mir dann Privatunterricht zu geben, deren Inhalte sich dann auch noch desöfteren mit dem der normalen Unterricht kolidiert . 🙂

Sorry, dass der Beitrag etwas lang geworden ist. Wie auch immer, bin schon sehr gespannt auf das nächste Mal…stay tuned.

Schlemmen am Sonntag

Eine ausgeklügelte Art der Förderung regionaler Gastronmie-Betrieben in Deutschland sind die sogenannten „Schlemmerblöcke„, die beim Besuch von ausgewählten Etablissements zwei Hauptgerichte zum Preis von einem gewähren. Durch die kleine Investition von einem Hauptgericht gewinnen die Restaurantbesitzer zwei neue Gäste und versprechen sich davon, dass diese angetan vom Service als Stammgäste wiederkommen.

Als regelmässig praktizierender Schlemmer hat mich am Sonntag ein Bekannter zum Griechen geschleppt. Mit dem Schlemmermotto “ Zwei Gerichte zum Preis von einem“ war dann der Gesamtverzehr von knapp 20 Euro mehr als fair für das, was uns geboten wurde. Danach waren wir noch woanders was Trinken, natürlich auch mit  „zwei Cocktails zum Preis von einem“. 🙂

Herbstblick

Blick von der Terrasse

Das obige Foto habe ich gestern beim Sonnenuntergang von meiner Terrasse aus geschossen. Man merkt, dass der Herbst sich langsam aber stetig ausbreitet. Um ehrlich zu sein, mir graut’s schon vor dem kalten, nassen Winter in Deutschland…

The Fun Theory

Hab heute zufällig folgendes Video auf Youtube entdeckt. Es handelt sich um ein lustiges Experiment über menschliches Verhalten. Die Idee ist eigentlich nicht so spektakulär, aber ich finde es zeigt ganz eindrucksvoll das Potential von Tönen als spaß-förderndes Element und die Tatsache, dass ein Stück Kind in uns allen steckt.

Mein zweiter Gedanke war dann: Ist eigentlich eine ganz coole Idee  für faule Pianisten, die gerne abnehmen wollen 😉

Betriebsausflug

Alljährig geht bei uns mit der gesamten Abteilung zum Betriebsausflug. Dieser heiliger Tag fiel dieses Jahr auf heute. Zielort war die Rietburg Edenkoben in der Pfalz. Diese ehemalige Raubritterburg kam zur allgemeinen Bekanntheit im Jahr 1200 als die deutsche Königin hierhier entführt wurde. Es kam zu Krieg, im Zuge dessen die gute Dame wieder frei kam. Heute ist die Rietburg vorallem bekannt für die Sesselbahn und den tollen Ausblick von oben auf die gesamte Bergstrasse. Später haben wir dann noch eine kleine Stadtführung im schönen kleinen Weinanbau-Mekka Rhodt unter Rietburg mitgemacht.

EL ZAPATITO

Neulich beim Tango Tanzkurs habe ich einen Flyer für Tango-Schuhe mitgenommen. Es handelt es sich um ein Schuhgeschäft in Frankfurt, welches sich auf Tango-Schuhe spezialisiert hat, und zwar original aus Manufakturen in Buenos Aires. Ich finde es interessant und auch bewundernswert, dass es tatsächlich jemand gibt, der nur so eine enge Zielgruppe bedient. Da muss sicherlich viel Überzeugung und Leidenschaft dahinter stecken.

Da ich inzwischen gemerkt habe, dass die meistens von Euch doch über den Suchbegriff „Tango“  bzw. „Tango Argentino“ auf diese Seite kommen, möchte ich Euch natürlich diese Entdeckung nicht vorenthalten. Es ist jedoch keineswegs als Empfehlung meinerseits anzusehen, da ich das Geschäfts selber noch nicht besucht habe. Aber wer vor mir dazukommen sollte oder bereits das Vergnügen hatte, kann ja mal darüber berichten.

Anbei die Homepage:

http://www.el-zapatito.com/

Das Ladenlokal befindet sich übrigens in  Hamburger Allee 37, 60486 Frankfurt Nähe Messe.

Jazzabend in Alte Feuerwache

Ich war heute Abend bei einem Jazzkonzert in der „Alte Feuerwache“ von Mannheim, welches als Eröffnungskonzert für das 11. Internationales Festival für Jazz und Anderes diente. Gespielt hat das Quartet um den norwegischen Ausnahme-Trompeter Mathias Eick. Auch wenn es sicherlich andere Adjektiven gibt, die besser in der Lage wären, die Brillianz einer Jazzveranstaltung auf den Punkt zu bringen, so würde ich persönlich die Darbietungen als „bombastisch aufregend“ umschreiben. Alle Stücke zeichnen sich durch geniale Übergänge zwischen leisen Tönen und epischen Beats aus. Selten hat mich ein Live-Performance so in den Bann gezogen. Gerade deswegen habe ich von plumpen akustischen Aufnahmen Abstand genommen. Aber paar Fotos dürfen natürlich nicht fehlen.

Insbesondere das Stück „The Door“ fand ich echt genial. Dies und andere Stücke kann man übrigens kostenlos per Stream auf der Myspace Seite des Künstlers anhören .

Bei meinem Bart!

Aufmerksame Leser (bzw. Betrachter) dieses Blogs werden sicherlich schon bemerkt haben. Ich lasse mir derzeit gerade einen Bart wachsen. 😀 Da ich asiatische Genen habe, ist das Unterfangen leider nicht ganz simpel. Typisch für asiatische Männer kann ich mir nämlich üppigen Bartwuchs eigentlich nur oberhalb der Oberlippe und am Kinn erhoffen. Wie man an den Fotos sehen kann, habe ich mir mittlerweile schon einen leichten Schnauzer sowie eine Kinnbehaarung angeeignet. Ich habe noch die Hoffnung, das das ganze in einen Henriquatre endet. Mal sehen.

Würde mich übrigens auch über Feedback freuen. Wenn ich zuviele negative Kommentare erhalte, kommt der Bart wieder ab 🙂

Ausflug nach Ladenburg

Heute ist ja bekanntlich „Tag der deutschen Einheit“ (eine Tatsache, welche ich Trottel natürlich erst registriert habe, als ich mich heute zum Einkaufen aufmachte und den Supermarkt geschlossen vorfand). Um die Geschichtsträchtigkeit des Tages gerecht zu werden, habe ich einen Ausflug nach Ladenburg gemacht, immerhin eine der ältersten Städte Deutschlands. Die Geschichte von Ladenburg reicht angeblich bis in die römische Zeit. Und die Stadt ist so gut erhalten, dass einem beim Spazieren durch die Gassen mit den schönen Fachwerkshäusern wie in einer Märchenstadt vorkommt (siehe Fotos). Allerdings war ich weniger von der Geschichte beeindruckt, sondern viel mehr von den lokalen kulinarischen Spezialitäten Zwiebelkuchen und Neuer Wein. Insbesondere der Neue Wein war sehr bekömmlich aber auch nicht ganz ungefährlich. Auf der Rückfahrt über den schönen Odenwald bin ich auch deswegen kurz weggeratzt. Zum Glück bin ich  nicht selber gefahren. 🙂

Fotolabyrinth

Zur Zeit läuft in Mannheim an mehreren Orten gleichzeitig eine Fotoausstellung mit insgesamt 60 internationalen Künstlern. Eine der Ausstellungsorte ist der Alter Messplatz, welcher ganz in der Nähe von meinem Wohnort liegt. Dort hat man eine Art Open-Air Galerie aufgebaut im Stil eines Irrgartens. Heute morgen habe ich mir mal die Zeit genommen, kurz durchzugehen und mir das ganze mal genauer anzuschauen.

Die Fotos sind auf große Leinentücher gedruckt.  Und es gib unterschiedliche Themen, die jeweils ein Teil des Labyrinths vereinnahmen. Z.B. gibt ein Künstler, der Fotos von Sehnswürdigkeiten macht in Kombination mit Star Wars Figuren. Ein anderer Künstler lichtet  irgendwelche überdimensionale Fürchte in Freizeitparks ab. Die Bandbreite der Betrachterakzeptanz geht über“Hä, was will er uns damit sagen?“ bishin zu „“Wow, das ist ja mal eine geile Idee!“ . Paar Fotos von den Fotos habe ich nun selber geschossen. Aus urheberrechtlichen Gründen habe ich jetzt natürlichvermieden ein Foto direkt abzulichten. Die Originalfotos findet Ihr übrigens auf www.vvork.com.